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Urlaubsanspruch im Minijob: Rechner, Formel und Beispiele

Minijob heißt nicht Minirecht: Wer auf 603-Euro-Basis arbeitet, hat Anspruch auf bezahlten Urlaub wie jede Vollzeitkraft – nur umgerechnet auf die eigenen Arbeitstage. Dieser Beitrag rechnet den Anspruch für feste und wechselnde Einsatztage, zeigt, wie das Urlaubsentgelt entsteht, und ordnet Wartezeit, Verfall, Abgeltung und die Verdienstgrenze ein. Mit Urlaubsrechner.

Von Dr. Katharina Müller · 29. September 2026 · Quellen am Seitenende

Kurz beantwortet: Minijobber haben denselben gesetzlichen Mindesturlaub wie alle Beschäftigten: vier Wochen im Jahr. In Tagen gilt Arbeitstage pro Woche × 24 ÷ 6 (§ 3 BUrlG). Ein Arbeitstag pro Woche ergibt 4 Urlaubstage, zwei Tage 8, drei Tage 12, fünf Tage 20. Bei unregelmäßigen Einsätzen rechnet man mit der Jahresformel 24 × Arbeitstage im Jahr ÷ 312. Bezahlt wird der Urlaub mit dem Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen (§ 11 BUrlG). Die Stundenzahl pro Tag spielt für die Zahl der Urlaubstage keine Rolle – sie wirkt sich nur auf das Urlaubsentgelt aus.

Urlaubsrechner für Minijobs

Urlaubsanspruch im Minijob berechnen

Feste Arbeitstage pro Woche oder – bei wechselnden Einsätzen – die Arbeitstage im Jahr eingeben. Optional die Monate im Betrieb (Teilurlaub) und den Verdienst der letzten 13 Wochen (Urlaubsentgelt).

Jahresurlaub–
Anspruch im Jahr–
Entgelt je Urlaubstag–
Urlaubsentgelt gesamt–

Der Rechner läuft vollständig im Browser; es werden keine Eingaben übertragen. Gesetzlicher Mindesturlaub: 24 Werktage bei 6-Tage-Woche (§ 3 BUrlG). „Volle Monate“ unter 12 rechnet Teilurlaub nach § 5 BUrlG (ein Zwölftel je vollem Monat, ab einem halben Tag aufgerundet) – nur für Fälle, in denen kein voller Jahresanspruch entsteht. Er ersetzt keine Prüfung von Tarif- oder Arbeitsvertrag.

Die Formel: Urlaubstage im Minijob berechnen

Das Bundesurlaubsgesetz stammt aus einer Zeit, in der samstags gearbeitet wurde. § 3 BUrlG garantiert deshalb „mindestens 24 Werktage“ – bezogen auf eine Sechs-Tage-Woche von Montag bis Samstag. Das sind vier Wochen Erholung. Für Minijobber gilt nichts anderes: § 2 Abs. 2 TzBfG stellt klar, dass geringfügig Beschäftigte Teilzeitbeschäftigte sind, und § 4 TzBfG verbietet, sie ohne sachlichen Grund schlechter zu behandeln. Damit die vier Wochen bei weniger Arbeitstagen nicht zu mehr freien Wochen werden, wird der Anspruch umgerechnet.

Urlaubsanspruch Minijob – die Grundformel

Urlaubstage = Arbeitstage pro Woche × 24 ÷ 6
Beispiel: Eine Aushilfe arbeitet dienstags und donnerstags. 2 × 24 ÷ 6 = 8 Urlaubstage im Jahr. Nimmt sie alle acht, hat sie vier Wochen frei – genau wie die Vollzeitkollegin mit 20 Urlaubstagen bei fünf Arbeitstagen.
Bei vertraglich mehr Urlaub im Betrieb: Arbeitstage pro Woche × Vollzeit-Urlaub ÷ Vollzeit-Arbeitstage. Bekommen Vollzeitkräfte 30 Tage bei fünf Arbeitstagen, sind es für zwei Minijob-Tage 2 × 30 ÷ 5 = 12 Tage.

Gesetzlicher Urlaubsanspruch im Minijob nach Arbeitstagen pro Woche
Arbeitstage pro WocheRechnungUrlaubstage gesetzlichbei 30 Tagen Vollzeit-Urlaub (5-Tage-Basis)entspricht
1 Tag1 × 24 ÷ 6464 Wochen
2 Tage2 × 24 ÷ 68124 Wochen
3 Tage3 × 24 ÷ 612184 Wochen
4 Tage4 × 24 ÷ 616244 Wochen
5 Tage5 × 24 ÷ 620304 Wochen
6 Tage6 × 24 ÷ 624364 Wochen

Die Tabelle zeigt den Kern der Rechnung: Die Zahl der Urlaubstage ändert sich mit den Arbeitstagen, die Zahl der freien Wochen nicht. Entscheidend sind die Tage, nicht die Stunden. Eine Kraft, die an einem Tag pro Woche neun Stunden arbeitet, hat 4 Urlaubstage; eine Kraft mit drei Tagen à drei Stunden hat 12 – obwohl beide gleich viele Wochenstunden leisten. Wie viele Stunden überhaupt in die Verdienstgrenze passen und wie sie aufgezeichnet werden müssen, behandelt der Beitrag Zeiterfassung im Minijob.

Unregelmäßige Einsätze: die Jahresformel

Viele Minijobs haben keine festen Wochentage: Die Aushilfe springt ein, wenn Bedarf ist, die Eventkraft arbeitet in der Messesaison, die Abrufkraft nach Plan. Für sie funktioniert die Wochenformel nicht. An ihre Stelle tritt die Jahresformel, die das Bundesarbeitsgericht für wechselnde Arbeitszeitmodelle anwendet:

Jahresformel bei wechselnden Arbeitstagen

Urlaubstage = 24 × tatsächliche Arbeitstage im Jahr ÷ 312
oder gleichwertig auf Fünf-Tage-Basis: 20 × Arbeitstage im Jahr ÷ 260. Die 312 sind die Werktage eines Jahres (52 Wochen × 6), die 260 die Arbeitstage einer Fünf-Tage-Woche (52 × 5).
Beispiel: 90 Einsatztage im Jahr → 24 × 90 ÷ 312 = 6,92 Urlaubstage.

Im Urteil vom 19. August 2025 (9 AZR 216/24) hat das Bundesarbeitsgericht die Formel ausdrücklich bestätigt und klargestellt, dass die Berechnung „auf der Grundlage von Arbeitstagen und nicht von Kalendertagen“ zu erfolgen hat. Für jeden Tag, an dem jemand urlaubsbedingt nicht arbeiten muss, wird genau ein Urlaubstag verbraucht. Bruchteile wie 6,92 Tage dürfen ohne Grundlage im Vertrag oder Tarif nicht abgerundet werden (BAG 8. Mai 2018 – 9 AZR 578/17); sie werden als Bruchteil gewährt, etwa als verkürzter Einsatz.

Urlaubsanspruch bei unregelmäßigen Minijob-Einsätzen (Jahresformel, gesetzlicher Mindesturlaub)
Arbeitstage im JahrTypischer FallRechnungUrlaubstage
40Aushilfe, rund 3 bis 4 Einsätze im Monat24 × 40 ÷ 3123,08
60Aushilfe, rund 5 Einsätze im Monat24 × 60 ÷ 3124,62
90Messe- und Eventkraft mit Saisonspitzen24 × 90 ÷ 3126,92
120Abrufkraft, im Schnitt gut 2 Tage je Woche24 × 120 ÷ 3129,23
156entspricht 3 Tagen je Woche24 × 156 ÷ 31212,00

Die Zahl der Arbeitstage lässt sich nur rechnen, wenn sie erfasst ist. Für die Planung im laufenden Jahr nehmen Betriebe meist die geplanten Einsatztage oder den Vorjahreswert und rechnen zum Jahresende mit den tatsächlichen Tagen nach. Das setzt eine Erfassung voraus, die Arbeitstage je Person zählt – ein weiterer Grund, warum die Aufzeichnung bei Minijobs ohnehin Pflicht ist.

Urlaubsentgelt: Was Minijobber im Urlaub verdienen

Urlaub ist bezahlte Freistellung. Die Höhe regelt § 11 Abs. 1 BUrlG: Maßgeblich ist der durchschnittliche Arbeitsverdienst der letzten dreizehn Wochen vor Urlaubsbeginn, ohne zusätzlich für Überstunden gezahlten Verdienst. Dauerhafte Lohnerhöhungen in diesem Zeitraum oder während des Urlaubs werden berücksichtigt, Kürzungen durch Kurzarbeit oder unverschuldete Ausfälle nicht. Ausgezahlt wird das Urlaubsentgelt nach § 11 Abs. 2 BUrlG vor Urlaubsantritt; in der Praxis läuft es mit der normalen Monatsabrechnung.

Urlaubsentgelt je Urlaubstag

Entgelt je Urlaubstag = Verdienst der letzten 13 Wochen ÷ Arbeitstage in diesen 13 Wochen
Beispiel: Minijob mit 13,90 € Stundenlohn, zwei Tage à fünf Stunden pro Woche. In 13 Wochen: 130 Stunden × 13,90 € = 1.807,00 €, verteilt auf 26 Arbeitstage = 69,50 € je Urlaubstag. Acht Urlaubstage im Jahr sind damit 556,00 € Urlaubsentgelt.

Wer ein festes Monatsentgelt bezieht – etwa 603 Euro für eine vereinbarte Stundenzahl –, erhält im Urlaubsmonat einfach das gleiche Entgelt; eine gesonderte Rechnung ist nur nötig, wenn der Verdienst schwankt. Der Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde (seit 1. Januar 2026; ab 1. Januar 2027: 14,60 Euro) begrenzt dabei nach unten, was im Referenzzeitraum verdient worden sein muss. Die Geringfügigkeitsgrenze ist an ihn gekoppelt: 13,90 Euro × 130 ÷ 3, aufgerundet, ergibt 603 Euro (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Wie sich ein Monatslohn in einen Stundenlohn umrechnen lässt, zeigt der Beitrag Stundenlohn berechnen.

Urlaubsentgelt und Urlaubsgeld im Minijob: der Unterschied
UrlaubsentgeltUrlaubsgeld
Rechtsgrundlage§ 11 BUrlG – gesetzlicher Anspruchnur aus Arbeits- oder Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder betrieblicher Übung
Was es istder normale Lohn für die Urlaubstagezusätzliche Zahlung obendrauf
Wirkung auf die 603-Euro-Grenzeersetzt den Lohn, kein Zusatzverdienstzählt mit, wenn es mindestens einmal jährlich zu erwarten ist
Rechenbeispiel8 Tage × 69,50 € = 556,00 €500 € × 12 + 600 € = 6.600 € ÷ 12 = 550 € im Monat – noch Minijob

Wartezeit und Teilurlaub: Urlaub im ersten und letzten Jahr

Den vollen Jahresurlaub gibt es erstmals nach sechs Monaten Beschäftigung (§ 4 BUrlG). Wird diese Wartezeit im laufenden Kalenderjahr noch erfüllt – der Minijob beginnt also spätestens am 1. Juli –, entsteht für dieses Jahr der volle Anspruch, nicht nur ein anteiliger. Teilurlaub nach § 5 Abs. 1 BUrlG gibt es in drei Fällen: wenn die Wartezeit im Eintrittsjahr nicht mehr erfüllt wird, wenn jemand vor Ablauf der Wartezeit ausscheidet, und wenn jemand nach erfüllter Wartezeit in der ersten Jahreshälfte ausscheidet. Dann steht ein Zwölftel des Jahresurlaubs je vollem Beschäftigungsmonat zu. Bruchteile ab einem halben Tag werden aufgerundet (§ 5 Abs. 2 BUrlG).

Teilurlaub bei einem Minijob mit zwei Arbeitstagen pro Woche (8 Tage Jahresurlaub)
Volle MonateRechnungTeilurlaub
18 × 1 ÷ 12 = 0,671
28 × 2 ÷ 12 = 1,331,33
38 × 3 ÷ 12 = 2,002
48 × 4 ÷ 12 = 2,673
58 × 5 ÷ 12 = 3,333,33

Wer nach erfüllter Wartezeit in der zweiten Jahreshälfte ausscheidet, behält den vollen Jahresurlaub. Hat ein Minijobber beim Ausscheiden in der ersten Jahreshälfte schon mehr Urlaub bekommen, als ihm zusteht, darf das gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückgefordert werden (§ 5 Abs. 3 BUrlG).

Übertragung, Verfall und Hinweispflicht

Urlaub ist im laufenden Kalenderjahr zu nehmen. Übertragen wird er nur bei dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen und muss dann bis 31. März des Folgejahres genommen werden (§ 7 Abs. 3 BUrlG). Automatisch verfällt er aber nicht mehr: Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 6. November 2018 (C-684/16) und dem Folgeurteil des Bundesarbeitsgerichts vom 19. Februar 2019 (9 AZR 423/16) erlischt der Anspruch nur, wenn der Arbeitgeber die Beschäftigten konkret und rechtzeitig auf ihren Resturlaub hingewiesen, sie zur Urlaubsnahme aufgefordert und klar gemacht hat, dass der Urlaub sonst verfällt. Die Beweislast dafür trägt der Arbeitgeber.

Für Minijobs ist das der häufigste Fehler: Der Urlaubsanspruch wird nicht geführt, also auch nicht mitgeteilt – und läuft über Jahre auf. Ohne Hinweis beginnt nicht einmal die dreijährige Verjährung (BAG 20. Dezember 2022 – 9 AZR 266/20). Ein kurzes Schreiben im Herbst mit Resturlaub und Frist, per E-Mail oder in der App, genügt als Nachweis, wenn es individuell und nachvollziehbar ist. Erkrankt eine Aushilfe während des Urlaubs und legt ein ärztliches Attest vor, werden die Krankheitstage nicht auf den Urlaub angerechnet (§ 9 BUrlG).

Abgeltung bei Ende des Minijobs

Kann Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden, ist er abzugelten (§ 7 Abs. 4 BUrlG): Jeder offene Tag wird mit dem Urlaubsentgelt je Tag ausgezahlt. Im laufenden Minijob ist eine Auszahlung statt Freizeit nicht vorgesehen – auch nicht auf Wunsch. Die Abgeltung ist eine Einmalzahlung. Sie kann den Monatsverdienst im letzten Monat über 603 Euro heben; nach § 8 Abs. 1b SGB IV steht ein unvorhersehbares Überschreiten in höchstens zwei Kalendermonaten eines Zeitjahres dem Minijob nicht entgegen. Wird die Abgeltung erst im Folgejahr gezahlt, ist die beitragsrechtliche Zuordnung mit der Lohnabrechnung zu klären.

Urlaub im Minijob: Regeln im Überblick (Stand 29. September 2026)
FrageRegelGrundlage
Mindesturlaub24 Werktage bei 6-Tage-Woche = 4 Wochen§ 3 BUrlG
GleichbehandlungMinijobber sind Teilzeitkräfte, gleicher anteiliger Anspruch§ 2 Abs. 2, § 4 TzBfG
Voller Anspruchnach 6 Monaten Beschäftigung§ 4 BUrlG
Teilurlaub1/12 je vollem Monat, ab 0,5 Tagen aufrunden§ 5 BUrlG
UrlaubsentgeltDurchschnitt der letzten 13 Wochen§ 11 BUrlG
Übertragungbis 31. März des Folgejahres§ 7 Abs. 3 BUrlG
Verfallnur nach Hinweis und AufforderungBAG 9 AZR 423/16
Abgeltungnur bei Ende des Arbeitsverhältnisses§ 7 Abs. 4 BUrlG
Verdienstgrenze603 € im Monat, 7.236 € im Jahr (2026)§ 8 SGB IV

Urlaubskonten für Minijobber führen

Die Rechnung selbst ist einfach, der Aufwand liegt in der Buchhaltung dahinter: Arbeitstage je Person zählen, bei wechselnden Einsätzen die Jahresformel anwenden, Teilurlaub im Eintritts- und Austrittsjahr berücksichtigen, genommene Tage abziehen, das Entgelt aus den letzten 13 Wochen ermitteln und im Herbst auf den Resturlaub hinweisen. In Excel lässt sich das für wenige Aushilfen abbilden; mit jeder weiteren Person wird die Pflege aufwendiger. Aplano führt Abwesenheiten und Urlaubskonten je Person, verbindet sie mit Dienstplan und Stundenkonto und stellt Urlaubsanträge über die Mitarbeiter-App bereit; Abwesenheiten sind ab dem Basic-Tarif mit 2,00 € je Mitarbeiter und Monat netto enthalten, die Zeiterfassung mit Auswertungen im Pro-Tarif mit 4,50 €. Auf Capterra wird Aplano mit 4,8 von 5 bei 113 Bewertungen geführt, auf OMR Reviews mit 4,7 von 5 bei 206 Bewertungen, Stand Juli 2026. Welche Systeme sonst infrage kommen, zeigt der Systemvergleich; wie die Minijob-Arbeitszeit zu erfassen ist, der Beitrag Zeiterfassung im Minijob.

Kurz erklärt

Häufige Fragen

Wie viel Urlaub steht Minijobbern zu?
Genauso viel wie Vollzeitkräften, umgerechnet auf ihre Arbeitstage: gesetzlich mindestens vier Wochen im Jahr. In Tagen gilt Arbeitstage pro Woche × 24 ÷ 6. Wer an einem Tag pro Woche arbeitet, hat 4 Urlaubstage, bei zwei Tagen 8, bei drei Tagen 12, bei fünf Tagen 20. Gewährt der Betrieb Vollzeitkräften mehr Urlaub, steht Minijobbern derselbe höhere Anspruch anteilig zu (§ 4 TzBfG).
Wie berechnet man den Urlaub bei unregelmäßigen Arbeitstagen?
Mit der Jahresformel: gesetzliche Urlaubstage × tatsächliche Arbeitstage im Jahr ÷ mögliche Arbeitstage im Jahr, also 24 × Arbeitstage ÷ 312 bei der Sechs-Tage-Woche oder 20 × Arbeitstage ÷ 260 bei der Fünf-Tage-Woche. Bei 90 Einsatztagen im Jahr ergibt das 6,92 Urlaubstage. Das Bundesarbeitsgericht hat am 19. August 2025 bestätigt, dass Urlaub nach Arbeitstagen und nicht nach Kalendertagen zu berechnen ist (9 AZR 216/24).
Wie viel Geld bekommen Minijobber im Urlaub?
Den durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn, ohne zusätzliche Überstundenvergütung (§ 11 BUrlG). Praktisch: Verdienst der 13 Wochen geteilt durch die Arbeitstage in diesem Zeitraum ergibt das Entgelt je Urlaubstag. Wer ein festes Monatsentgelt bezieht, erhält es im Urlaubsmonat unverändert weiter.
Haben Minijobber im ersten Halbjahr schon Urlaub?
Der volle Anspruch entsteht nach sechs Monaten Beschäftigung (§ 4 BUrlG). Wer die Wartezeit im laufenden Kalenderjahr nicht mehr erfüllt oder vorher ausscheidet, erhält Teilurlaub: ein Zwölftel des Jahresurlaubs je vollem Beschäftigungsmonat (§ 5 BUrlG). Beginnt der Minijob spätestens am 1. Juli, ist die Wartezeit noch im selben Jahr erfüllt und es entsteht der volle Jahresurlaub.
Verfällt der Urlaub im Minijob am Jahresende?
Nur, wenn der Arbeitgeber rechtzeitig und konkret auf den Resturlaub hingewiesen, zur Urlaubsnahme aufgefordert und auf den drohenden Verfall aufmerksam gemacht hat (BAG 19. Februar 2019 – 9 AZR 423/16). Ohne diesen Hinweis bleibt der Anspruch bestehen und verjährt auch nicht nach drei Jahren (BAG 20. Dezember 2022 – 9 AZR 266/20). Übertragener Urlaub muss bis 31. März des Folgejahres genommen werden (§ 7 Abs. 3 BUrlG).
Kann Urlaub im Minijob ausgezahlt werden?
Nur bei Ende des Arbeitsverhältnisses, wenn der Urlaub nicht mehr genommen werden kann (§ 7 Abs. 4 BUrlG). Eine Auszahlung im laufenden Minijob statt Freizeit sieht das Gesetz nicht vor. Die Urlaubsabgeltung ist eine Einmalzahlung; ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze gefährdet den Minijob nach § 8 Abs. 1b SGB IV nicht.
Zählt Urlaubsgeld zur Minijob-Grenze von 603 Euro?
Ja, wenn es vertraglich zugesagt oder mindestens einmal jährlich mit hinreichender Sicherheit zu erwarten ist. Dann wird es auf das Jahresentgelt aufgeschlagen, das im Durchschnitt 603 Euro im Monat beziehungsweise 7.236 Euro im Jahr nicht übersteigen darf. Das gesetzlich geschuldete Urlaubsentgelt – der normale Lohn während des Urlaubs – ist dagegen kein Zusatzverdienst, sondern ersetzt den Lohn für die freien Tage.

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Über die Autorin

Dr. Katharina Müller ist Arbeitswissenschaftlerin und Expertin für Personalplanung, Arbeitszeitgestaltung und Workforce Management.

Nachprüfbar

Quellen und Stand

  1. § 3 BUrlG – Dauer des Urlaubs, § 4 BUrlG – Wartezeit, § 5 BUrlG – Teilurlaub.
  2. § 7 BUrlG – Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung, § 9 BUrlG – Erkrankung während des Urlaubs, § 11 BUrlG – Urlaubsentgelt.
  3. § 2 TzBfG – Begriff des teilzeitbeschäftigten Arbeitnehmers (Abs. 2: geringfügig Beschäftigte), § 4 TzBfG – Verbot der Diskriminierung.
  4. BAG, Urteil vom 19. August 2025 – 9 AZR 216/24 – Urlaub nach Arbeitstagen, Jahresformel 24 × Arbeitstage ÷ 312.
  5. BAG, Urteil vom 8. Mai 2018 – 9 AZR 578/17 – keine Abrundung von Bruchteilen eines Urlaubstags.
  6. BAG, Urteil vom 19. Februar 2019 – 9 AZR 423/16 – Verfall nur nach Hinweis und Aufforderung; EuGH, Urteil vom 6. November 2018 – C-684/16.
  7. BAG, Urteil vom 20. Dezember 2022 – 9 AZR 266/20 – Verjährung beginnt erst nach Erfüllung der Hinweisobliegenheit.
  8. Minijob-Zentrale: Urlaubsanspruch im Minijob und Minijob-Magazin: Urlaub im Minijob – so wird der Anspruch berechnet, abgerufen September 2026.
  9. Minijob-Magazin: Urlaubsgeld im Minijob – Einmalzahlungen, Verdienstgrenze 603 Euro und 7.236 Euro, Rechenbeispiel.
  10. § 8 SGB IV – Geringfügige Beschäftigung, Geringfügigkeitsgrenze (Abs. 1a Berechnung, Abs. 1b unvorhersehbares Überschreiten).
  11. § 1 MiLoG – Mindestlohn, angepasst durch die Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung vom 5. November 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 268): 13,90 Euro ab 2026, 14,60 Euro ab 2027.
  12. Aplano: Dienstplanung, Abwesenheiten und Zeiterfassung, abgerufen September 2026.

Redaktionell geprüft am 29. September 2026. Der Rechner arbeitet ausschließlich im Browser und speichert nichts; Ergebnisse sind gerundet. Er bildet den gesetzlichen beziehungsweise den eingegebenen vertraglichen Urlaub ab; Tarifverträge können abweichende Berechnungswege vorsehen. Verdienstgrenze und Mindestlohn beziehen sich auf 2026. Rechtsinformationen ersetzen keine Beratung im Einzelfall.